Freitag, 17.10 Uhr: Hunderte weißer Luftballons steigen auf in den Himmel über Lauingen. Applaus brandet auf, die Fanfare Brass Band spielt „Sag mir quando, sag mir wann“. Wie es in dem Lied heißt „ich hab immer für Dich Zeit“, so hatten die rund 200 freiwilligen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer Zeit für Lauingen, ihre Heimatstadt. Beim großen BR-Aktionstag „Herzplatz“ möbelten sie in fünf Stunden den Vorplatz der Stadthalle neu auf und putzten ihn zum Hingucker raus.

Zusammen läuft‘s!

Mittags fällt der Startschuss, dann geht’s in die Vollen. Tobias Trebs vom Tiefbauamt kurvt mit Radlader und Mini-Bagger über den Platz. Die Männer um Josef Mang vom Lauinger Bauhof hieven das Gerüst hinauf aufs Vordach der Stadthalle. Kurze Zeit später tönen die Schlagbohrer über den Platz, um die neuen Fassadenplatten zu befestigen. Rayong, Laudonia und TV Lauingen haben die Platten von Verotec aufwändig gestaltet mit sportlichen Slogans. Beim Team Grün um Simone Winkler vom Arbeitskreis Lebenswertes Lauingen und Christian Wiedemann von der Baumschule Bunk wuselt’s, sie haben viel vor. Mehrere Beete bekommen ihr neues Outfit. Eines ist für Kinder mit Rollrasen, Federtier zum Schaukeln und Holzstämmen zum Hüpfen. Daneben nimmt das Beet mit Insektenhotel vom Imkerverein Gestalt an, darauf viele Pflanzen, die Bienen zurück auf den Platz locken. Elisabeth Öfele ist schon auf dem Weg mit den nächsten Gießkannen, die Neuanpflanzungen sind durstig. „So viele Pflanzen, die auf einen Schub in die Erde kommen, habe ich noch nie gesehen“, wundert sich Tobias Trebs.

Lauingen: lebenswert, liebenswert

Vor dem Halleneingang geht’s staubig zur Sache: Berufsschüler unter Lehrer Holger Wiest pflastern den Zugang zur Halle als barrierefreie Rampe. Direkt nebenan schwingt Karl Nußbaum die Wasserwaage: Elf weitere Fassadenplatten, gestaltet von Lauinger Kindergärten und Künstlern, kommen an die Wand. Inzwischen wuchtet das Team Holz Sitzbänke an den zentralen Brunnen. Der wird gerade mit neuen Pflastersteinen zum Hingucker, „das hat Pep“, sagt Stadtbaumeisterin Birgitta Neurohr. Ein Rädchen greift ins andere, dazu Neurohr: „Bis ins Detail geplant, alles läuft.“ Unterstützung kommt von Lauingens größtem Arbeitgeber SDF, die beiden Geschäftsführer Matthias Augenstein und Andrea De Gaetano sind mit ihren Azubis dabei. Hermine Zimmermann näht samt Helferinnen zwei Laternenmasten in ein buntes Häkelkleid ein. Das Jugendcafé streicht weitere Masten, putzt Lampen, tauscht Birnen aus. Dann pinseln sie den „Place to kiss“ aufs Pflaster. Fürs leibliche Wohl sorgen TVL, AWO, Himmelbäck, die Metzgerei Griener und Braumadl.

Wo ein Wille, da ein Weg

Bei Ulla Seeßle, Quartiersmanagerin der Sozialen Stadt, sind die Fäden zusammengelaufen. Sie hat Helfer koordiniert und Sponsoren gesucht. „Ich bin überwältigt vom Engagement und von der Spendenbereitschaft.“ Geplant für später ist eine Sponsorentafel an der Stadthalle. Bürgermeisterin Katja Müller stemmt eine Schubkarre über die Treppe, sie hält Ausschau nach dem DSDL-Trinkbrunnen und dem vorläufigen Plakat für den TVL-Crosstrainer, der in nächster Zeit geliefert wird. „Als Stadt haben wir alle gemeinsam gewonnen, wir wollen die heutige Dynamik in die Zukunft führen“, sagt sie, lacht und macht weiter. Der Ansicht sind auch die Stadträte Albert Kaiser, Markus Hoffmann, Dieter Manßhardt und Walter Gruber. Auf die Minute pünktlich fertig wird der Spaßclub Lauingen mit seinem Hochbeet aus Steinen in Muschelkalkoptik. Feuerwehrkommandant Martin Koller hängt die letzten Nistkästen der Mittelschule Lauingen in die Bäume. Die Helfer wässern, fegen, putzen, was das Zeug hält. Dann ertönt die Hupe: Arbeit einstellen! Lauingen hat es geschafft, der BR überträgt live und zeigt, wie lebens- und liebenswert Lauingen ist.